Rückblick auf eine tolle Flugwoche

Kaiserwetter ist bei Segelfliegern recht schlechtes, thermikfreies Wetter, bei dem mit Flugzeugen des Konstrukteurs Rudolf Kaiser, wie der K6, K7 oder K8 meist nur das Üben von Starts durchgeführt wird. So sieht es zumindest Wikipedia. Wir sehen das etwas anders. Zwar konnten wir dieses Jahr nur an 2 Tagen Flugbetrieb durchführen, jedoch bei einem Wetter, das wir als "Kaiserwetter" bezeichnen - so konnten neben 130 Windenstarts an zwei Tagen einige 4-Stundenflüge und auch Streckenflugdreiecke gemacht werden. Aber auch bei schlechterer Witterung kam der Spaß nie zu kurz, so sorgte ein lustiges Rahmenprogramm für Freude bei unseren Gästen und uns!

Mittlerweile zum vierten Mal in Folge fanden sich vom 9. bis 13. August 2010 die Fans der Holz- und Gemischtbauweise zum Youngtimertreffen auf der Wasserkuppe zusammen. Wenngleich man auch nicht das Glück hatte, wie ihm letzten Jahr 5 Tage "Kaiserwetter" vergönnt zu haben, kamen die Teilnehmer des Treffens trotzdem voll auf ihre Kosten.

Insgesamt 17 Maschinen der Typen K2, K6, K7, K8, K14, sowie ein "Exot", eine Hütter H28, reisten am Sonntag vor dem Treffen auf die Wasserkuppe, welche ihrem Namen an diesem Tag alle Ehre machte. Nichtsdestotrotz war die Stimmung unserer Gäste mehr als ausgezeichnet, alle Flugzeuge konnten trocken untergebracht werden und die Begrüßung durch einen Grillabend trug auch sehr zum Gefallen bei.
Zu erwähnen ist hier unbedingt auch die Aktion von Martin Koch, welcher mangels Anhängekupplung an seinem Auto bereits am Samstag fliegenderweise mit seiner K6 von Breitscheid auf die Wasserkuppe flog! Diese Leistung wurde natürlich gewürdigt, Martin hat das zuvor unter den "Youngtimern" ausgeschriebene Fly-In zur Wasserkuppe gewonnen und wurde mit einem Fässchen Kreuzbergbier belohnt, welches er zur Siegerehrung am Donnerstag Abend anschlagen durfte.

Am Montag klarte es auf, und so wurde nach dem Einführungsbriefing durch Harald Jörges, dem Leiter der Fliegerschule Wasserkuppe, bei bestem Westwind die Winde am Weltensegler aufgebaut. Peter Mollenhauer, unser Vereins-Fluglehrer, wies die Teilnehmer nochmals in die Besonderheiten der Wasserkuppe ein, bevor zunächst Einweisungsstarts auf unseren Doppelsitzern gemacht wurden. Die Bilanz des Tages sind 70 Starts an der Winde, was auch die Skeptiker des Vortages ("Was? Nur eine Trommel an Eurer Winde?") zum Staunen brachte. Durch das ureigene Rückholsystem bekamen wir eine Startfrequenz von 20 Starts pro Stunde hin.
Am Dienstag, dem ersten und an und für sich auch einzigen Wertungstag, ist ein Streckenflug über 140km von der Wasserkuppe, an den Flugplatz Langenberg nördlich Hünfeld, zum Hoherodskopf und wieder auf die Wasserkuppe ausgeschrieben worden. Um diesem -anders als bei "normalen" Wettbewerben-, etwas den Druck zu nehmen, bestand die eigentliche Aufgabe nicht darin, einen möglichst hohen Schnitt zu fliegen, sondern möglichst lange in der Luft zu bleiben und die längste Strecke zu fliegen. Sieger dieses Tages waren David Hall mit einer Flugzeit von 4:15h und Paul Klabunde mit einer Flugstrecke von 169km. Zu erwähnen ist hier auch, dass der Pulk von 5 Maschinen den Streckenflug gemeinsam geflogen ist.


Am Mittwoch morgen präsentierte sich die Wasserkuppe mal wieder von ihrer besten Seite, Knofe und nach deren Verschwinden - Regen… So stand nun ein Alternativprogramm an. Dankenswerterweise durften wir eine Werksführung bei Schleicher mit Edgar Kremer machen, der neben tollen technischen Erklärungen auch versuchte, dem ein oder anderem ein "Neu-Flugzeug" schmackhaft zu machen. Aber es wollte niemand seinen "Youngtimer" eintauschen… Ebenso auf dem Programm stand wieder eine Tour durch die historischen Gebäude auf der Wasserkuppe.
Nachdem der Mittwoch Abend mit fliegbaren Bedingungen endete und Hoffnung auf einen schönen Donnerstag machte, wurde diese durch Regen am Morgen zerstört. An dieser Stelle möchten wir ganz herzlich Karl-Heinz Kellermann, dem 1. Vorsitzenden des OSC Wasserkuppe danken, der uns kurzerhand anbot in der mittäglichen Regenpause den Schulgleiter herauszuholen. Kaum war dieser jedoch ausgeräumt, war die Regenpause schon zu Ende. Jedoch galt das Angebot ja auch noch für den Freitag, und es wurde auch genutzt - nach dem morgendlichen Foto der Startaufstellung am Weltensegler machte die komplette Youngtimertruppe einen Tag lang Gummiseilstarts - das Resumee des Tages war: "So ein Ding muss auch noch her!" So konnte jeder Teilnehmer einen Gummiseilstart machen - die "Youngtimer" blieben an diesem Tag am Boden stehen und wurden lediglich auf dem Weltensegler zum Fotografieren aufgereiht. Nach diesem Tag, welcher alle sehr geschlaucht hat, war nun leider auch der Ausklang des Treffens angesagt - den Abschluss feierte man in gemütlicher Runde in und vor dem Fest-Zelt an der Adam-Neidert-Halle, dem Hangar des Rhönflug Fulda auf der Wasserkuppe.

 


Zu danken ist in diesem Jahr wieder Leo Echtermeyer, welcher als Preise für die Tagesaufgaben wieder hochwertige Fliegeruhren aus seiner Manufaktur "Zeitflügel" zur Verfügung stellte - an dieser Stelle ein "herzliches Dankeschön!" Eine der Uhren war ebenso der Preis für das schönste Flugzeug - in diesem Jahr kam es nicht aus der Schweiz. Sören Schäfer hat dieses Jahr mit seiner wunderbar restaurierten K7 namens Lilly das Rennen gemacht - sicherlich trug hierzu auch die gemeinsame Geschichte von ihm und seinem Flugzeug bei.
Rückblickend ist zu sagen, dass das 4. Youngtimertreffen auf der Wasserkuppe wieder einmal eine tolle Woche war, die mit etlichen Highlights aufwartete, wenngleich diese aufgrund des Wetters nicht unbedingt fliegerischer Natur waren. Das 5. Youngtimertreffen 2011 ist bereits in Planung - bei besserem Wetter und derselben guten Stimmung wie jedes Jahr!

An dieser Stelle danken wir allen Teilnehmern und Helfern für das tolle Gelingen der Veranstaltung und freuen uns schon auf das Wiedersehen in 2011! Wir würden uns freuen, euch im nächsten Jahr wieder auf der Wasserkuppe begrüßen zu dürfen!

Bildergalerie des 4. Youngtimertreffens für K6, 7 und 8!


 

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